Montag, 4. September 2017

Game Review: Mittelerde - Mordors Schatten

Genre: Action-Adventure
Publisher: Warner Bros.
Developer: Monolith Productions
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Release: 02. Oktober 2014
Spielzeit: 15 - 50 Stunden

Wenn man die Bücher des Mittelerde-Universums liest, kann ich jedenfalls nicht umhin, mir Mittelerde: Mordors Schatten mal wieder zu Gemüte zu führen. Zeittechnisch spielt es zwischen den Ereignissen von der Hobbit und der Herr der Ringe und erzählt die Geschichte des Grabwandlers Talion, den der Tod verschmäht hat und einen elbischen Geist zur Seite gestellt hat, der nicht mehr weiß wer er ist…

Aber fangen wir am Anfang an - Talion ist ein Waldläufer, der zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn am schwarzen Tor in den Ebenen von Ùdun lebt um dieses vor den Angriffen Saurons zu verteidigen, wie viele ehemalige Gefangene aus Gondor, die etwas ausgefressen haben, halt so machen. Nun kommt es aber zum besagten Überfall, aber anstatt zu sterben, wird Talion von einem Rachegeist wiederbelebt und kann fortan nicht sterben - also kehrt immer wieder. Wer der Elb an seiner Seite ist und wie man ihn wieder los wird, kann ihn wohl nur Saurons schwarze Hand beantworten…

Trotzdem wird natürlich die Pflicht nicht vergessen und weiter fleißig gegen Sauron und seine Schergen gekämpft - wir lassen uns ja nicht unterkriegen. Praktisch wenn man immer wieder aufersteht, nicht so praktisch, wenn durch unseren Tod einige Uruks im Rangsystem aufsteigen. Genannt das Nemesis-System oder auch Saurons Armee - eine Rangfolge von Orks und Uruks, die entweder nur Laufburschen bis hin zum Hauptmann bzw. Häuptling sind - wird jemand besiegt, steigt die Macht und der Rang des Siegers und das beste daran - wir können unsere eigenen Uruks in die Reihen platzieren bzw. übernehmen - so machen wir Saurons Armee Stück für Stück von Innen kaputt…

Wenn es doch so einfach wäre, denn leider scheitert es in der Durchführung - bereits tote Uruks tauchen wieder auf oder geflohene Orks gewinnen an Macht. Genauso fehlerbehaftet ist die Steuerung - eigentlich wollte ich einen beherzten Sprung auf einen Vorsprung vollführen, aber nein, meine Spielfigur muss den Ork neben sich angreifen - alles etwas ungenau mit dem Gamepad. Das kann schon für Frust sorgen. Apropos Frust - vor allem am Anfang ist man heillos überfordert, denn ständig tauchen die großen Anführer auf und heilen sich wieder, sobald ein neuer Anführer erscheint. Man hat überhaupt keine Chance - alles scheint überlaufen zu sein von Uruk-Anführern! Später schnetzelt man die mit den richtigen Fähigkeiten, den unser Skilltree ist lang und ausgewogen, einfach weg.

Sammelleidenschaft wird in diesem Spiel groß geschrieben - wir haben die typischen Türme, die man einnimmt um sich ein Gebiet zu erschließen, hier aber nicht so nervig, wie es in anderen Vertretern der Fall ist. Zahlreiche Nebenmissionen von Kampfarenen bis hin zum Erfüllen bestimmter Auflagen um die Geschichte der Waffen zu formen. Hier noch Runen sammeln, Gegenstände mit einer Erinnerung dahinter - es gibt viel zu tun! Die immer gleichen Sklavenquests sind dann aber doch ein Kritikpunkt - langweilig!

Episch ist der Soundtrack, der immer zur Situation passt und mit einigen Liedstücken sogar fast an den Soundtrack der Filme ranzukommen scheint - aber nur fast! Atmosphärisch ist das Spiel nämlich ein zweischneidiges Schwert - wir haben Charaktere wie Golum, aber die allein tragen nicht das ganze Spiel. Auch die Gebiete erstrecken sich vom trostlosen, schwarzen Tor bis hin zu den wunderschönen Küsten des Núrnenmeers, aber an sich ist es immer wieder das Gleiche - schnetzel den bestimmten Uruk weg und stärke deine Macht - etwas eintönig und das killt ein bisschen die Atmosphäre.

Storytechnisch ist Mittelerde Mordors Schatten in Ordnung - viele Eastereggs für Tolkien-Fans, aber eine Geschichte, die dann doch etwas vorhersehbar ist. Die kranke Königin Morwen, mit ihrer aufopfernden Tochter Lithariel sind doch relativ flach, aber wenigstens nicht so unwichtig, wie die Ausgestoßenen. Da gefällt mir der jagende Zwerg Torvin mit seiner Affinität zu Graugs, Caragors und was sonst noch so rumkraucht, wesentlich besser. Viel Charakter beweisen allerdings die Orks - mit ihren Gesprächen, Androhungen oder plumpen Gelaber bringen sie richtig Stimmung in die Welt. 3 Bosse gilt es zu besiegen - Hammer, Turm und Hand - große Bosskämpfe sind es nicht, aber Spaß macht es schon.

Fazit

Ein solides Spiel, mit vielen gleichen Quests, die aber durchaus Spaß machen können und einem Ränkesystem, welches sich zu infiltrieren lohnt! 


Kommentare:

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